Ready for take off

Langsam uebertreibt es Neuseeland mit den nicht funktionierenden Plaenen…
Zwar wurde mein Flug am 21. nicht gecancelt, mitfliegen durfte ich trotzdem nicht. Nachdem ich dann erst auf den 11. und spaeter auf den 2. Mai verschoben wurde (Merci an Ela!) hat sich gestern das staendige Gerenne zum Flughafen und die Stand-by-Warterei ausgezahlt: Mein Lieblingemiratesmitarbeiter (der mich mittlerweile schon vom Nachbarschalter gruesst) hat mir einen Flug fuer heute organisiert!
Dank der Kooperation mit Air New Zealand fliege ich in wenigen Stunden einen kleinen Umweg ueber Tokio, von dort wieder mit Emirates nach Dubai und lande am Montag um 13:45h in Hamburg.

Nach den letzten Tagen freue ich mich jetzt auch angemessen auf zu hause. Dabei hatte ich wirklich Glueck im Unglueck, denn die Neuseelaender sind nach wie unglaublich nett und hilfsbereit. Zusammen mit Sarah, die ich durch die Flugumbuchereien kennengelernt habe, konnte ich die letzten Tage bei Sue wohnen. Der gehoert ein Bed & Breakfast, so dass wir vom Backpackerleben in luxurioese Verhaeltnisse mit eigenem Bad und warmen Mahlzeiten umgezogen sind, einen Ausflug zum Strand gemacht haben sowie unermuedlichen Fahrdienste zum/vom Flughafen von ihr und den beiden Langzeitbewohnern gekriegt haben – und das alles fuer umsonst. Ich bin eben doch ein Glueckskind.

Jetzt freu ich mich erstmal auf lecker Flugzeugessen & Filme gucken und spaeter darauf, euch alle wiederzusehen.

Good bye New Zealand, I‘ve had an awesome time!

Letzter Tag?!

Eigentlich sollte hier ein „schoen war’s, aber jetzt freue ich mich auf zu hause“-Eintrag stehen. Den gibt’s erstmal nicht – herzlichen Dank an Eyjafjallajökull.

Ich bin in Auckland, einer der beiden Orte Neuseelands die ich schrecklich finde, und so wie es aussieht werde ich hier auch noch eine Weile bleiben muessen. Mein Hostel gleicht einem Auffanglager fuer Leute, die enttauescht vom Flughafen zurueckkommen und (im besten Fall) auf einen anderen Flug umgebucht wurden. Da aber seit Freitag kontinuierlich tausende Leute umgebucht werden, liegen die Rueckflugdaten mittlerweile bei Anfang bis Mitte Mai. Staendig werden neue Informationen rumerzaehlt und meine Schwester versorgt mich vorbildlich mit Neuigkeiten per sms.

Obwohl ich die einzige bin, die noch einigermassen optimistisch ist, glaube auch ich gerade nur noch so halb daran, dass ich morgen fliegen werde. Denn solange der europaeische Luftraum nicht offiziell freigegeben ist, fliegt Emirates mich wahrscheinlich nicht mal bis Dubai. Sollte ein kleines Wunder geschehen, lande ich am Donnerstag um 13:45h am Terminal 2 in Hamburg. Wer zur Begruessung vorbeikommen moechte, sollte vorher die Ankunftsauskunft checken und sich ggf. die Fahrt fuer Mai aufsparen.

Wie schade, denn eigentlich freue ich mich wirklich schon auf euch!

Northland – british version

Per Anhalter bin ich von einer Campingtour zur naechsten gefahren. Am Mt. Maunganui habe ich mich mit Paul aus Furneaux-Zeiten und Lydia, einer Freundin von ihm getroffen. Und damit hat dann wenigstens ein Plan in Neuseeland funktioniert, denn fuer die Reiserei durchs Northland hatten wir uns schon im Januar verabredet.

Da ich die Gegend ja schon vorgetestet habe, bin ich nach 6 Monaten chaotischer Zufallsreiserei zum Tourguide aufgestiegen. Und trotz einiger Ortswiederholungen war es ein komplett anderes Erlebnis als beim ersten Besuch – hauptsaechlich weil Paul nicht nur der schlechteste Saenger & Autofahrer ist, sondern auch viel orientierungsloser als gedacht, was seine Comedy-Qualitaeten noch unterstuetzt hat.

Zwar mussten wir uns den Sonnenuntergang hinter der Wolkenfront am Cape Reinga etwas schoenreden, hatten dafuer aber beim Schnorcheln im Goat Island Marine Reserve beste Sicht auf Seegraswaelder, Fische und Rochen.

Noch klarer war das Wasser an den Kai Iwi Lakes, die nur durch Regen gefuellt werden und darum nicht mal richtig kalt sind.

Ausserdem konnte ich nochmal ueber die riesigen Sandduenen laufen und wurde von einem DOC-Ranger zu einer 4×4-Fahrt ueber den 90 Mile Beach mitgenommen. Was er wahrscheinlich nicht gemacht haette, haette er gewusst dass ich in dem Auto sass, was eine knappe Stunde vorher bei seinem Anblick fluchtartig den Campingplatz verlassen hat, um die vorige Nacht nicht bezahlen zu muesen…

Eine legale Gratisuebernachtung hatten wir in Ruakara, wo wir dank einer weiteren Furneaux-Reunion mit Cat und Sean ein komplettes Haus fuer uns hatten.

Mein persoenliches Highlight waren die Hundertwasser-Toiletten, auf die ich mich schon Tage vorher gefreut habe.

Und weil ich so gerne im Dunkeln klettere und durch wadentiefe Wasserloecher laufe, haben wir uns noch die Gluehwuermchen in den Abbey Caves angesehen. Anschliessend habe ich meine triefenden 40 Dollar Warehouse Wanderschuhe feierlich im Muell beerdigt…

Und zum Schluss noch das allerwichtigste: Ich hab das Ende des Regebogens gesehen!

Nach dieser Tour habe ich nicht nur das inoffiezielle Reiseleiterabzeichen verdient, sondern kann auch ohne jemals in England gewesen zu sein bestaetigen, dass die dortige Kueche sehr strange und weissbrotlastig ist. Spaghetti auf Toast ist nur der Anfang. Nach insgesamt 3 Wochen in 2 Campervans freue ich mich jetzt aber definitv auf ein eigenes Bett im Hostel.

Northland & Co.

Nachdem ich hatte mal wieder keine Ahnung hatte, wo es hingehen sollte und darum mit Stefan und Sebastian nach Raglan gefahren bin, wurde bei der Weiterfahrt auf einem Tankstellenklo beschlossen, meine eigentlichen Plaene mal wieder zu ignorieren und noch ein Stueck mit den Jungs mitzufahren. Dass aus diesem Stueck 10 weitere Tage wurden haette ich damals nicht gedacht – dass es so lustig wird aber auch nicht.

Los gings im Northland, wo ich dank der Kitesurferei der Jungs neben dem 90 Mile Beach noch einen Haufen anderer Straende und Buchten gesehen habe. Obendrauf gab’s leuchtbildkitschig-schoene Sonnenuntergaenge u.a. am Cape Reinga, riesige Kauri-Baeume, von Gluehwuermchen bewohnte Waipu Caves, kalte Meerbaeder statt warmer Duschen und unverschaemt fruehe Weckdienste von Rangern, die uns mit Fensterklopfereien und Verwarnungen vom wild camping abhalten wollten.

Etwas weiter oestlich auf der Coromandel Peninsula konnte ich dann die beim ersten Besuch abgesperrte Cathedral Cove durchlaufen und habe bei der naechtlichen Graberei anlaesslich der Suche nach Hot Pools am Hot Water Beach zufaellig die Daenen Kristoffer und Barbara wiedergetroffen.

Mit denen haben wir uns dann fuer Rotorura verabredet, um nach einem mittelspektakulaeren Besichtigung der Krater und Mudpools des Wai-O-Tapu Wonderlands ordentlich Abschied zu feiern.

Und nachdem ich mich vorher wochenlang ans sprunghafte Alleinreisen gewoehnt und es wirklich liebengelernt hatte, vermisse ich jetzt fast die lustigen Abende mit Sebastian und den schwaebischen Sprachfehler von Stefan. Ich fand uns super.

Mt. Taranaki

Gebt mir Schokoloade und ich bin fuer alles zu haben. Stefan, den ich in New Plymouth wiedergetroffen habe, hat das eindrucksvoll bewiesen. Mit einem TimTam als Gipfelbelohnung hat er mich den Mt. Taranaki hochgelockt. Zusammen sind wir den Summit Track gelaufenund haben es dank schokoladiger Motivation tatsaechlich bis an die Spitze geschafft – und die ist immerhin ueber 2500m hoch.

Und waehrend wir durch Kiespisten gerutscht und ueber Felsbrockenwaende geklettert sind, konnten wir uns von den minuetlich wechselnden Wetterverhaeltnissen ueberzeugen, die schon ueber 60 Wanderern das Leben gekostet haben.

So hatten wir auf dem Gipfel zwar meist eine super Aussicht, unterwegs wiederholte sich vor teils blickdichten Wolkenwaenden aber mein aktueller sueddeutscher Lieblingssatz: „Ich seh den naechschden Pfoschden nich!“

New Plymouth

Allein die Anreise war ein Abenteuer fuer sich. Nicht nur,d ass ich diesmal sicher 20 Minuten am Strassenrand warten musste, mein Fahrer war dann auch noch ein ziemlich abgefahrener Maori, den ein fehlgeschlagener Marihuana-Entzug in diese Gegend verschlagen hatte. Nachdem ich in einem Ort, den es auf meiner Karte nicht gibt abgesetzt wurde, hat mich ein fast tauber Rentner mitgenommen. Der wollte eigentlich nur bis Hawera, hat sich dann aber ueberlegt einen Ausflug zu machen und mich bis New Plymouth zu bringen. Unterwegs haben wir noch Abstecher zum Mt. Taranaki und den Sugarloaf Islands gemacht und ich wurde gezwungen die Haelfte seines Lunchpakets und ein Eis zu essen. Jetzt habe ich seine Kontaktdaten – falls ich wieder nach Neuseeland komme und er noch lebt. War irgendwie strange…

New Plymouth selbst hat eine schoenen Park und die wirklich gute Govett Brewster Art Gallery. Diese hatte grad 40-jaehriges Jubilaeum und darum ein Nachtstrassenfest inklusive eindrucksvoller audiovisueller Projektion auf die komplette Aussenwandd des Gebaeudes.

W(h)anganui

Wie bastelt man sich eigentlich eine Chaostour?
Morgens keine Ahnung haben wo man hin will, darum die Entscheidung auf spaeter verschieben und erstmal ein Stueck mit Sebastian und Stefan mitfahren, spontan beim Schild Richtung Palmerston North aussteigen und sich von einem englischen Diplomaten zum vermeintlichen Ziel mitnehmen lassen. Dort feststellen, dass alle Betten wegen eiens Volleyballturniers ausgebucht sind, an den Stadtrand wandern und sich von einem langhaarigen Maori aufgabeln lassen. Auf dem Weg nach W(h)anganui eine weitere Anhalterin mitnehmen, merken, dass man die vor Wochen auf der Suedinsel in einem anderen Auto auf gleiche Art und Weise schon mal getroffen hat und spaeter im Hostel auch noch den Daenen Kristoffer und Barbara in die Arme laufen, die man mittlerweile zum dritten Mal zufaellig wiedertrifft.

Die naechsten Tage zusammen im Regen am Strand stehen, ueberdacht schwimmen und durchs Gebirge wandern. Anschliessend freuen, dass der Zufall eben doch der beste Reisefuehrer ist. Fertig.